«Frieden» als leere Hülle

Gewalt als Programm
Machados Politik ist von Brutalität durchdrungen. Sie forderte militärische Interventionen an – etwa beim israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, dem Architekten der Zerstörung Gazas –, um Venezuela «im Namen der Freiheit» zu «befreien». Sanktionen, deren tödliche Folgen Studien im Lancet und anderen Fachjournalen belegen, hat sie vehement befürwortet: eine stille Kriegsführung, die durch Medikamenten-, Nahrungs- und Energiemangel mehr Opfer fordert als offene Schlachten. Ihr Lebenswerk? Spaltung säen, Venezuelas Souveränität aushöhlen und der Bevölkerung das Recht auf Würde verwehren.
Die Bilanz einer Hardlinerin
Machado war Mitinitiatorin des Putschversuchs von 2002, der den demokratisch gewählten Präsidenten kurzzeitig stürzte. Sie unterzeichnete das Carmona-Dekret, das Verfassung und Institutionen ausser Kraft setzte. Als lokale Verbündete Washingtons rechtfertigte sie US-Sanktionen, die die Wirtschaft strangulierten – mit bekannten Opfern: Arme, Kranke, Arbeiterinnen. Sie unterstützte Trumps Invasionsdrohungen und die «Drogenbekämpfungs»-Manöver der US-Marine in der Karibik, die einen regionalen Krieg riskierten. Während Trump venezolanische Vermögen einfror, stand sie bereit, als seine Stellvertreterin die Souveränität des Landes zu verraten.
Ihre «Übergangsregierung», ein von den USA gelenktes Marionettentheater, plünderte im Ausland venezolanische Gelder, während im Inland Kinder hungerten. Sie plant, Öl, Wasser und Infrastruktur an private Konzerne zu verscherbeln – jenes neoliberale Rezept, das Lateinamerika in den 1990ern in Elend stürzte. Und sie will Venezuelas Botschaft nach Jerusalem verlegen, solidarisiert sich also offen mit Israels Apartheidregime, das Krankenhäuser bombardiert und es «Selbstverteidigung» nennt.
Gewalt als «Widerstand» verklärt
2014 war Machado eine treibende Kraft hinter La Salida, einer Oppositionskampagne, die unter dem Deckmantel «friedlicher Proteste» das Land in Chaos stürzte. Die Realität: brennende Barrikaden, angezündete Busse mit Arbeitern, Lynchmobs gegen vermeintliche Chavistas. Selbst Krankenwagen und Ärzte wurden angegriffen; kubanische Mediziner entgingen nur knapp dem Feuertod. Lebensmittellaster und Schulen brannten, Stadtteile lebten in Angst – während Machado die Gewalt als «legitimen Widerstand» feierte.
Sie preist Trumps «harte Hand» gegen das «kriminelle Regime» in Caracas – denselben Trump, der Migrantenkinder in Käfige sperrt und Familien durch die ICE-Politik auseinanderreisst. Venezolanische Mütter suchen noch heute ihre in den USA «verschwundenen» Kinder.
Eine Allianz der Gewalt
Machado verkörpert die unheilige Dreifaltigkeit aus Faschismus, Zionismus und Neoliberalismus: eine Ideologie, die Herrschaft als «Demokratie» tarnt. In Venezuela bedeutete das Putsche und Sanktionen, in Gaza Genozid. Die Botschaft ist stets dieselbe: Manche Leben sind entbehrlich, Souveränität verhandelbar, Gewalt als «Ordnung» verkäuflich.
Dass ausgerechnet sie ausgezeichnet wird, ist eine Ohrfeige für alle, die wirklich für Frieden kämpfen: palästinensische Sanitäter, die Leichen aus Trümmern bergen; Journalisten, die in Gaza ihr Leben riskieren; Aktivisten, die Blockaden durchbrechen, um hungernde Kinder zu versorgen. Doch wahrer Frieden entsteht nicht in Nobelpreis-Komitees. Er wächst dort, wo Frauen unter Blockaden Essensnetzwerke organisieren, Indigene ihre Flüsse verteidigen oder Arbeiter sich weigern, in Gehorsam zu verhungern. Dieser Frieden gehört Venezuela, Kuba, Palästina – allen Nationen des Globalen Südens, die Souveränität über Unterwerfung stellen.
Wenn Henry Kissinger den Friedensnobelpreis erhalten konnte, warum nicht María Corina Machado? Vielleicht folgt 2026 die Auszeichnung der Gaza Humanitarian Foundation «für Mitgefühl unter Besatzung». Die Ironie wäre perfekt – und die Entwertung des Preises komplett.