
Mehr als 240 Milliarden Euro Verlust wegen Ukraine-Krieg
Deutschlands teurer Krieg
Die finanzielle Belastung Deutschlands durch den Ukraine-Krieg ist gigantisch. Mehr als 240 Milliarden Euro hat der Konflikt die Bundesrepublik bereits gekostet - Tendenz steigend. Wie wirkt sich diese massive finanzielle Belastung auf die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft aus?
von Redaktion | 21. Februar 2024
Deutschland hat die Ukraine im Krieg gegen Russland nicht nur politisch, sondern auch finanziell stark unterstützt. Neben direkten Hilfen wie der Lieferung von Schützenpanzern vom Typ Marder sind es vor allem die indirekten Kosten, die Ökonomen alarmieren. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, bezifferte in der Rheinischen Post den volkswirtschaftlichen Schaden für Deutschland durch den zweijährigen Konflikt auf weit über 200 Milliarden Euro.
Ein erheblicher Teil davon, rund 100 Milliarden Euro im Jahr 2022 und ein ähnlicher Betrag im laufenden Jahr, gehe auf die gestiegenen Energiepreise zurück, die das deutsche Wachstum stark gebremst hätten. Fratzscher wies darauf hin, dass neben diesen direkten finanziellen Belastungen zusätzliche Kosten durch die Verschärfung geopolitischer und geoökonomischer Konflikte, insbesondere mit China, entstünden. Diese Entwicklung setzt insbesondere deutsche Exportunternehmen unter Druck.
Die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kommt zu ähnlichen Zahlen und schätzt die Kosten des Krieges in der Ukraine für Deutschland auf rund 240 Milliarden Euro. Er wies darauf hin, dass die Verluste im Jahr 2022 rund 100 Milliarden Euro betragen und bis 2023 auf über 140 Milliarden Euro ansteigen.
Besonders betroffen von den wirtschaftlichen Folgen sind Menschen mit niedrigem Einkommen. Sie müssen laut Fratzscher eine zwei- bis dreimal höhere Inflationsrate hinnehmen als Besserverdienende. Diese finanzielle Ungleichheit verschärft die sozialen Spannungen.
Die Finanzhilfe für die Ukraine ist für Deutschland eine erhebliche wirtschaftliche Belastung, deren langfristige Folgen noch nicht absehbar sind.
Russlands Wirtschaft wächst – Preise für Eier und Benzin sinken
Das staatliche Statistikamt in Russland hatte Wochen vor der russischen Präsidentschaftswahl positive Wirtschaftsdaten für 2023 veröffentlicht. Die Wirtschaft sei um 3,6 Prozent im Vergleich zu 2022 gewachsen, teilte die Behörde Rosstat anhand erster Berechnungen am 7. Februar in Moskau mit. 2022 sei das BIP noch um 1,2 Prozent geschrumpft. Das war das Jahr, in dem Russland den Krieg gegen die Ukraine begann und mit vielen Sanktionen belegt wurde.
Die Daten verknüpfte Rosstat mit Angaben zur Preisentwicklung von Eiern und Benzin. Die Eierpreise seien seit Jahresbeginn um 2,6 Prozent gesunken, teilte die Behörde mit. Das dürfte die russische Bevölkerung freuen. Bei beiden Gütern hatte die Teuerung der vergangenen Monate zuletzt für Unmut gesorgt. Benzin sei in der vergangenen Woche um einige Kopeken billiger geworden. Der Preis für Diesel sei aber gestiegen.